Capperi orsini: Kapern aus Bärlauch

Diesen Frühling sind alle Pflanzen im Garten riesig. Der Löwenzahn unter den Himbeeren steht kniehoch, der Bärlauch reicht bis zur Wade. Zwischen den grossen Bärlauch-Blättern könnte ich schon noch einige kleine, zarte finden für den Salat. Aber diesmal bin ich auf etwas anderes aus – die Blütenknospen. Deren Stängel reichen auch schon bis zur Wade, nächstens würden die hübschen weissen Blütenkugeln aufbrechen. Nicht bei mir, denn ich werde sie zu einer essbaren Spezialität verarbeiten: Capperi orsini, «Bärenkapern».

Tipps:

  • Wenn du nach der Wanderung zu deinem Lieblings-Bärlauchplatz feststellen musst, dass der Frühling weiter fortgeschritten ist als erwartet und der Bärlauch schon viel zu gross zum Sammeln, kommt dieses Rezept gerade richtig!
  • Wenn du keinen Bärlauch in der Nähe hast, aber dein Schnittlauch auf dem Fenstersims Blütenknospen bekommt: mit denen geht es auch, das gibt hübsch rötliche Kapern.
  • Die Essig-Wasser-Mischung am Schluss erkalten lassen und als bärlauch-würzigen Salatessig brauchen!

Ich mache die Kapern jeweils „Handgelenk mal Pi“ (wenn du lieber ein Rezept mit Mengenangaben möchtest, siehe Quelle des Originals weiter unten).
Die Capperi orsini sind bis 1 Jahr haltbar.

Eine, zwei, drei Handvoll noch geschlossene Bärlauchblütenknospen pflücken, mit möglichst wenig Stiel (aber den Stiel nicht herausreissen, die Knospen sollen beim Stielansatz kein Loch haben). Siehe Bild oben.
In einer nicht zu schmalen Pfanne eine Mischung aus 2/3 Kräuter-Weissweinessig und 1/3 Wasser erhitzen, wenig Salz und Pfeffer dazu.
Ein nicht zu kleines Sieb über einer Schüssel bereitstellen.
Wenn der Essig siedet, eine „Schicht“ Knospen in die Pfanne werfen, Deckel drauf, blanchieren (d.h. 1-2 Min. kochen, dann wird die Aussenhaut der Knopen weich und schmiegt sich eng um die innen liegenden Blüten). Mit einem kleinen Sieb herausfischen, ins grosse Sieb zum Abtropfen geben. Dann die nächste Portion Knospen blanchieren usw.
Die blanchierten Knospen 1-2 h im Sieb abtropfen und erkalten lassen.
½ – 1 kleiner Peperoncino (mehr oder weniger scharf) fein hacken, mit den Knospen mischen.
In kleine Schraubverschluss-Gläser füllen und mit Olivenöl übergiessen, dabei am besten zuerst die Gläser nur ¾ füllen und etwas rühren, damit die Luftblasen aus dem Öl kommen, dann ganz füllen und die Knospen etwas ins Öl drücken, damit sie möglichst von Öl bedeckt sind.
Links die vorbereiteten Knospen (hier Schnittlauch), rechts die fertigen Capperi Orsini im Glas (hier Bärlauch)
Links die vorbereiteten Knospen (hier Schnittlauch), rechts die fertigen Capperi Orsini im Glas (hier Bärlauch)

Quelle: «Hexentrank und Wiesenschmaus», S. 18 (ISBN 3-85502-726-9 bei Wikipedia-Buchsuche oder bei WorldCat-Suche)

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